• Private Krankenversicherung - was kann man von der Privatversicherung erwarten? •
Die private Krankenversicherung ist die zweite Versicherungsmöglichkeit in Deutschland. Aber nur etwa elf Prozent der deutschen Bevölkerung sind durch eine Privatversicherung versichert. Das hängt vor allem mit den Versicherungsbedingungen zusammen, die den Eintritt in eine Privatversicherung erschweren.
Bestimmte Berufsgruppen, wie Beamte, Richter, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Künstler, Freiberufler und Selbstständige können sich auf jeden Fall privat absichern. Bei Angestellten ist eine Bedingung an den Eintritt in eine Privatversicherung geknüpft. Angestellte müssen nämlich in drei aufeinander folgenden Jahren ein bestimmtes Bruttojahreseinkommen vorweisen können. Im Jahr 2009 wurde die Pflicht zur Krankenversicherung ausgesprochen.
Wer als Angestellter zu einer Privatversicherung wechseln möchte, sollte sich die Konsequenzen klar machen. Ein Wechsel von der Privatversicherung zurück zur gesetzlichen Versicherung ist nicht einfach.
Wer sich trotz dieses Risikos entschieden hat, als Angestellter zu einer
Privatversicherung zu wechseln, sollte die private Versicherung genau unter die Lupe nehmen. Denn auch ein Kassenwechsel in eine andere Privatversicherung kann zu einem Problem werden. Die so genannten Altersrückstellungen, die jede private Kasse bildet, können in vielen Fällen nicht oder nur in beschränktem Maße zu der neuen Versicherung mitgenommen werden. Zudem sind schon die Kosten bei einem Einstieg in eine private Versicherung stark von bestimmten Faktoren abhängig. Für junge Gutverdiener ohne Kinder, ist der Eintritt in eine Privatversicherung zu empfehlen. Wer allerdings schon älter ist und vielleicht auch noch Vorerkrankungen hat, für den kann eine Privatversicherung teuer werden. Auch für Paare mit Kindern ist meist eine Absicherung durch eine private Versicherung teurer. Denn private Versicherungen verlangen für jedes Versicherungsmitglied einen gesonderten Versicherungsbeitrag. Bedenken sollte jeder Wechsler auch, dass die meisten privaten Versicherungen eine Wartezeit von drei bis acht Monaten haben können. Sollte man in dieser Zeit erkranken, müssen die anfallenden Kosten selbst bezahlt werden.
Sparen kann man aber auch bei einer Privatversicherung. Die Erstattung von Beiträgen, wenn über einen gewissen Zeitraum keine Leistungen der Krankenkasse in Anspruch genommen wurden, können sich auch lohnen. Doch diese Einsparungen können in Zeiten schlechter Gesundheit nicht aufrecht erhalten werden. Daher gilt, dass man die Versicherungstarife genau überprüfen sollte. So kann man Schwachstellen heraus filtern und auf eventuelle Extras verzichten, die nur Geld kosten und keinen großen Nutzen bringen.
Jede Privatversicherung hat in der Regel Basistarife, die mit einem günstigeren Tarif zu haben sind. Teurere Tarife bieten natürlich auch mehr Leistungen. Welche Leistungen genau von den privaten Versicherungen angeboten werden, hängt stark von dem Versicherungsanbieter ab. Daher ist ein Versicherungsvergleich der verschiedenen Versicherungen nicht direkt möglich. Die unterschiedlichen Tarife und Leistungen erschweren den Vergleich Versicherungen. Prinzipiell kann man aber feststellen, dass der Versicherungsumfang einer privaten Versicherung meist deutlich höher ist, als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen.
Die Tarife können sich im Laufe der Zeit natürlich auch ändern. So haben auch die privaten Versicherungen das Recht, einen Versicherungsbeitrag zu erhöhen. Eine so genannte Überalterung eines bestimmten Versicherungsvertrags kann der Grund für eine Beitragserhöhung werden. Es gibt sogar einige Ärzte, die ausschließlich Privatpatienten behandeln. Zudem ist die Behandlung von Patienten mit einer privaten Versicherung lukrativer für einen Arzt. Mediziner können bei Privatpatienten höhere Honorare und ein Vielfaches des Satzes der Gebührenordnung für Ärzte berechnen.